Hallo Deutschland – Überleben in Alaska

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Hallo Deutschland

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Ich melde mich nun nach ein paar ereignisreichen Wochen zurück. Wir schreiben nun den 23. Oktober und ich habe so einiges unternommen und erlebt. Nach der Reihe.

Nachdem ich mich langsam aber Sicher eingelebt hatte und auch in der Schule den Stoff einiger Maßen verstanden hatte, war es an der Zeit sich nach einem fahrbaren Untersatz umzuschauen. Das ist in Valdez gar nicht so einfach. Doch dafür haben sich die Einwohner etwas einfallen lassen. Auf Facebook gibt es daher einen „virtuellen Flohmarkt“ für fast jede Bedürfnisse. Es gibt einen Saleszycle für Autos und Zubehör, einen für Kleider, einen für Outdoor- und Wintersurvival und einen für Dinge die kostenlos abzugeben sind. Also meldete ich mich in den betreffenden Gruppen an und siehe da nach ein paar Tagen hatte ich auch schon das erste Auto zur Probefahrt. Es war ein Jeep Jeep Grand Cherokee zu einem Preis von 1500$. Die Bilder sahen vielversprechend aus, deshalb hatte ich schon auf ein Schnäppchen gehofft. Das Auto an sich sah von aussen in Ordnung aus. Gut was will man auch schon erwarten wenn man ein Auto für 1500$ kauft? Nachdem ich den Motor gestartet und den Wählhebel auf D eingestellt hatte, ging es auch schon los. Doch nachdem ich im Armaturenbrett gesehen hatte, dass dort einige Warnleuchten nicht ausgegangen sind, hielte ich die Probefahrt so kurz wie möglich. Wenn die Motorwarn- und ABS Leuchte nicht ausgehen, können sich die 1500$ schnell ich Rauch auflösen.  Also nach der Probefahrt gesagt was Sache ist und, dass ich das Auto nicht kaufen werde.

Somit war die erste Probefahrt ein voller Reinfall. Ein paar Tage später hatte ich dann einen GMC Truck und mein Budget um einiges Aufgestockt. Ich kalkulierte jetzt mit ca. 4000$. Ich wollte nicht wieder so einen Reinfall erleben. Mit grosser Hoffnung also zur zweiten Probefahrt. Diese verlief sehr gut, doch auch hier blieb ABS Leuchte an. Im Winter ein NO GO! Wir sind dann zum Mechaniker gefahren und der hat dann mir ein Angebot gemacht,  was die Instandsetzung, kosten wird. Wir sind auf 4000 Dollar gekommen und damit mein war mein Budget komplett aufgebraucht. Doch die Freude über den Kauf, sollte nicht lange weilen. 2 Tage später bekam ich vom Verkäufer den Anruf, hör mal ich kann dir das Auto nicht verkaufen. Ich warte auf die Lieferung meines neuen Autos und diese Verzögert sich. Also aus der Traum vom Full Size Truck. Im Endeffekt wohl die beste Entscheidung mir kein Auto zuzulegen. In Valdez kann alles zu Fuss erreicht werden.

Der Anruf ereilte mich im Auto eines Freundes und auf der Rückfahrt von einem Trip. Ein Trip zum Mineral Creek. Wir waren also auf den Spuren der Goldsucher. Da leider die Strasse durch einen Fluss zerstört wurde, konnten wir nicht bis zum Ziel durchfahren. Also das Auto geparkt und ausgestiegen. Kameraausrüstung geschnappt und los geht’s. Es ging auf einer Strasse weiter die für Autos nicht passierbar ist, da sie die Belastung nicht aushält. Wir passierten einen enormen Wasserfall, als Fotograf kann man da natürlich nicht widerstehen Fotos zu machen. Nach ungefähr einer Stunde ging es dann weiter in das Tal hinein. Bei blauem Himmel und Sonnenschein wanderten wir bis zum Ende des Trails. Da die Sonne schon langsam am Untergehen war, beschlossen wir uns schnell auf den Weg zum Auto zum machen, da man nicht unbedingt Nachts in der Wildnis sein sollte.

Die naechsten Tage verliefen normal, Wenn die Sonne nicht scheint, regnet es meistens. Auch die Temeraturen fallen langsam aber sicher und die Berge kuendigen es mit immer tiefer sinkenden Schneekronen an, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Schnee im Ort liegt.

In dieser Zeit hatte ich auch meine Jobsuche intensiviert. Die Deadline war fix. Also nichts wie ran an die Bewerbungsunterlagen. Doch die Jobsuche sollte sich alles andere als einfach herausstellen.  Viele Firmen stellen entweder zur Zeit nicht oder nur Voll-Zeit ein. Da ist es als Parttimer fast unmöglich einen Job zu finden. Doch dann bekam ich die Chance, im College im Business Office zu Arbeiten. Ich habe mein eigenes Office, Telefon Computer und Eckschreibtisch.

Eine weitere Woche ist vergangen.  An einem Donnerstag, nach meinem Digital Photography Kurs kam die Idee auf, einen Trip am Wochenende zu machen. Wir überlegten und diskutierten, was man denn machen könne. Dann viel die Entscheidung auf den Polarkreis ( Arctic Circle ) Doch durch den Government Shutdown, wussten wir nicht genau ob man ueberhaubt dort hin kommt. Also blieben für Planung Einkauf und Vorbereitung ca. 15 Stunden. Wenn man sich mal überlegt, wie weit diese Strecke ist, die wir an diesem Wochenende fahren werden, könnte jemand aus Miami nach New York fahren und Hallo sagen.

Freitag 8:00 Uhr morgens. Der Jeep wird Rand voll getankt. Auf geht’s auf die Strasse. 2.5 Stunden zum nächsten Ort mit Tankstelle. Der Ort heisst Glenallen. Dieser Ort ist der Scheitelpunkt auf der Karte wenn man nach Anchorage oder Fairbanks will. Also folgen wir dem Richardson Highway in Richtung Norden. Die nächsten 5 Stunden werden wir die meiste Zeit nur Gerade aus fahren. 252 Meilen ( ca. 405 Kilometer )In Google Maps ist der Bereich zum Teil noch in Schwarz-Weiss…..

Nach einer langen Fahrt in der Einöde sind wir in Fairbanks angekommen. Das Thermometer ist schon um ein paar Grad gefallen. Da wir nur einen kleinen Zwischenstopp einlegen wollen, suchen wir den nächsten MC Donald‘s. MC Donald‘s gefunden und erstmal ordentlich zugeschlagen. Da direkt gegenüber ein Walmart war, konnten wir uns für den Polarkreis mit den wichtigsten Sachen eindecken.

Der Tank wurde wieder Randvoll gemacht und weiter geht’s in Richtung Norden. Nun haben wir den Richardson Highway verlassen und sind auf dem Steese- und Elliot Highway unterwegs. Wir mussten oft rechts anhalten, da die Natur so atemberaubend ist um Fotos zu machen. In gewissen Abständen finden sich Schilder die das ende der geteerten Strasse ankündigen. 50 Miles till paved road ends. Jetzt ist auch der letzte Mobilfunk – Masten verschwunden und das Gebiet mit einem der grössten Funklöcher beginnt.

Dalton Highway voraus !

Wer die Iceroad Trucker im TV gesehen hat, weiss nun auf welchen Strassen wir jetzt unterwegs sind. Der Highway besteht hauptsächlich aus Steinen, Erde und Sand. Im Winter wird es hier sehr kalt, deshalb ist diese Strasse nicht geteert. Der Teer verträgt kalte Temperaturen und das Eis nicht.

Da es die Tage davor geregnet hatte, war die Strasse dementsprechend matschig und rutschig. Ich würde keinem Empfehlen ohne 4×4 diesen Highway befahren zu wollen. Eins noch, LKW’s haben hier immer Vorfahrt.

Nächstes Ziel Camping Platz. Langsam wurde es dunkel. Fernlicht ein und weiter geht’s. Wir fragen uns, wie weit es denn bis zu unserem ersten Ziel wohl noch ist. Das letzte Schild war schon einige Meilen her und langsam bekamen wir alle Hunger. Siehe da auf der rechten Seite, ein Schild. Arctic Circle 30 Miles. Jetzt ist es nicht mehr weit. Die Geschwindigkeit wird etwas erhöht, denn die Strasse wird besser. Der Campingplatz ist angeschrieben. Wir biegen rechts ab und machen die ersten Bilder am Arctic Circle sign.

Das Camp wurde eingerichtet, da nicht alle ein Zelt und Schlafsack hatten, habe ich auf der Rückbank des Autos meine Schlafposition eingenommen. Die Nacht war ungemütlich und kalt. Trotz mehrerer Kleidungsschichten habe ich etwas gefroren. Zum Glück konnten wir den Motor immer mal wieder laufen lassen, um den Innenraum aufzuwärmen. Doch wir mussten aufpassen, der Tank ist bei einem 8 Zylinder schnell leer.  Am nächsten Tag hatten wir ein kleines Problem, der Tankinhalt hatte sich soweit dem Boden genähert, dass wir schleunigst zur nächsten Tankstelle fahren mussten. Im Niemandsland gar nicht so einfach. Da wir aber wussten, dass es eine Tankstelle in 60 Meilen Entfernung gibt und unser Tank noch 90 Meilen anzeigt, war die Entscheidung schnell gefällt. Wir fuhren nach Coldfoot.

In Coldfoot angekommen, erstmal zur Tankstelle und Vollmachen bitte.  Wir kamen um die Mittagszeit an, was liegt da näher als an in dem Restaurant zu essen in dem auch die Iceroad Trucker zu Mittagessen?

Die Tankrechnung war für amerikanische Verhältnisse Exorbitant hoch. 80 Dollar für eine Tankfüllung. Europäische Zustände J

Auf dem Rückweg haben wir dann mehreren Plätzen unsere Kameras aus dem Auto geholt und haben die atemberaubende Natur festgehalten. Der Yukon River, Finger Mountain, Schnee ( sehr viel ), die Tundra und die Iceroad Trucks.

Da das sehr viel Zeit gekostet hatte, beschlossen wir noch eine Nacht auf dem Rückweg zu übernachten. Nur wo war noch nicht geklärt. In Fairbanks angekommen, erstmal Volltanken, dann zu Walmart und für die zusätzliche Nacht eindecken. Grillkohle, Fleisch und Getränke. Zurück auf die Strasse.

Langsam machten wir uns Gedanken wo wir denn die nacht verbringen wollten. Wir fuhren einige Plätze an, diese erweckten aber nicht den Eindruck geeignet zu sein. Dann hielten wir an einer Dinar. Meist ist es Sinnvoll, die Einheimischen Zu fragen, wo man am Besten unterkommen kann. Und siehe da, ein Volltreffer. Der Inhaber bot uns an, auf seinem Gelände zu übernachten. Er hat einen Riesen Parkplatz hinter seinem Haus, auf dem im Winter Schneemaschinen parken. Da aber noch kein Schnee lag, war dieser leer. Nichts wie auf den Platz und das Camp errichten. Ein wenig später kam der Inhaber vorbei und bot uns an sein Holz für unser Feuer zu benutzen. Dieser Abend war super. Gegrillte Burger auf offener Flamme, etwas wärmere Temperaturen und einen Platz zum Schlafen.

Am nächsten Morgen haben wir im Dinar gefrühstückt und sind dann nach Valdez aufgebrochen. Nach einer längeren Fahrt kamen wir schliesslich dort an und sind dann alle ins Bett gefallen. Zusammenfassend ein Trip den man so schnell nicht vergisst. Wer die Chance hat, diesen Trip zu machen, muss das unbedingt tun. Die Natur, die Einsamkeit und Stille. Einmalig.

 

Bis zum nächsten Beitrag, Wünsche ich euch eine Gute Zeit in Deutschland.

Und das ist, was mich im Winter hier erwarten wird….

 

 

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