Die Folgen des Tornado … – Mein erster Community Service

Hier nun also die versprochene Fortsetzung.

Ach ja kurzer Hinweis. Es wird ein wenig länger 😉

Dafür gibt es unten ein paar BILDER :-)

Wie bereits im letzten Bericht beschrieben, hat uns der Tornado nicht getroffen. Dafür hat es aber in unserem Umland leider einige zum Teil hart getroffen.

Die Personenschäden des Tornado hielten sich mit insgesamt 13 verletzten, auch zum Glück noch im grünen Bereich.Fazit des Tornados Es gab zum Glück nur 13 verletzte seine Verwüstungen haben.

Am Donnerstag nach dem Tornado tauchte in unserer Facebook Gruppe die Anfrage auf, dass Studenten und freiwillige gesucht werden, die sich bereit erklären am Samstag um 9Uhr zu treffen und Freiwillig beim aufräumen zu helfen.

Am Freitag gab es dann auch noch einmal einen Hinweis bei unserem International-Student-Club.

Also entschied ich mich dazu, meinen Wecker am Samstag zu stellen um dabei zu sein.

Gesagt, getan. Also schrieb ich noch kurz ne SMS mit der Zusage.

Am nächsten morgen ging wurde es dann zeitlich und ich schaffte es erst so gegen 8:55 Uhr aus der Tür.

Also meinen gepackten Rucksack auf den Rück und das Toast auf dem Weg verzehrt.

Aus der ferne konnte ich das College schon sehen. Zwischen uns lagen ja nur noch der Parkplatz vor den neuen Dorms.

Allerdings guckte ich erst auf das College und gleich danach folgte ein Blick auf mein Smartphone um nach der Uhrzeit zu schauen.

1 Minute vor 9 Uhr. Die waren doch wohl nicht ohne mich losgefahren sein. Denn ich konnte keinen auf dem Parkplatz sehen.

Dann allerdings die erleichterung als dann hinter einen größeren Auto zwei Personen auftauchten. Denn trotz vorheriger ankündigung waren gerade mal 6 Studenten (inkl. mir) gekommen.

Nachdem wir dann noch einige Zeit mit warten verbracht hatten, mussten wir leider feststellen, dass wir mit 7 freiwilligen aufbrechen werden.

Also auf, in das mit Handschuhen und Verpflegung bestückte Auto. Nach einem kurzen Stopp bei Starbucks, bei dem wir uns mit Kaffee und Tee eingedeckt hatten, gings dann nach Correctionville.

Auf der verlinkten Google Map Karte sind ganz viele Bäume und zwei Häuser zu erkennen.

Oberhalb eine kleine Kirche und einen Friedhof.Also die Kirche und der Friedhof sehen immer noch so aus. Die Häuser und die Bäume nicht mehr.

Leider konnte man genau erkennen welches das richtige Haus ist. Denn das Haus war extrem beschädigt und ein Dach war auch nicht mehr da.

Denn anstelle eines Daches wehte eine Plastikplane durch den Wind. Und anstelle die ehemaligen Fenster waren mit Holzplatten verkleidet.

Für uns hiess es nun das Auto geparkt und mit Handschuhen ausgestattet ging es dann erstmal los und sich einen kurzen Überblick verschaffen. Über das was alles noch zu tun war.

Man muss sich allerdings kurz nochmal bewusst machen, dass wir mittlerweile den Samstag nach dem Tornado hatten. Es lagen also 8 Tage dazwischen und ein Ende der Arbeiten waren noch längst nicht in Sicht.

Auf den ersten Blick sahen wir zwei oder drei größere Bagger bzw. Fahrzeuge. Eine Hebebühne am Haus, mit deren Hilfe die Fenster verkleidet wurden. 5 riesen haufen auf denen Holz gesammelt wurde. Außerdem ein kleinerer Haufen auf dem Metall gesammelt wurde.

Es ist schon extrem erschreckend zu sehen was ein Tornado anrichten kann, wenn man die vorher nachher Bilder sieht. (Bilder auch auf Facebook).

Nach dem ersten Blick, trafen wir Jason. Jason ist einer der Söhne des Eigentümer und derjenige der sich mit ein wenig um die Koordination kümmert.

Als wir uns alle kurz mit ihm bekannt gemacht hatten, gab es dann endlich die ersten Arbeitsanweisungen.

Jason zeigte uns auf ein paar Stapeln, die Sachen die noch „gut“ (mehr oder weniger) waren, bzw. aufgehoben werden sollte. Wir kümmerten uns darum, diese Dinge in einen der beiden riesigen Anhänger zu verstauen. Neben gab es dann auch noch den Umpack-Service unsererseits dazu. Heisst wir haben die bereits verstauten Dinge ein wenig umgeräumt, dass alles besser in den Hänger passt. Nach nicht einmal 20 min war unsere Aufgabe bewältigt.

Als nächstes stiegen wir dann wieder zurück ins Auto und machten uns dann hinter den beiden Anhängern auf den Weg zu einer 3 meilen entfernten Farm. Denn dort wurden in einer großen Halle die Dinge und Geräte aufbewahrt, die die Familie behalten wollte.

Nachdem der erste Anhänger Rückwärts eingeparkt und Steele ein wenig Musik über seinen externen Lautsprecher angestellt hatte, machten wir uns ans auspacken des Hängers.

Wir räumten alle Sachen zu den bzw. zwischen die bereits vorhanden Gegenstände. Neben alten Schulbänken und eines alten Piano Tastenfeld kamen viele Gartengeräte und Holzlatten zum Vorschein.

Gemeinsam hatten wir es dann geschafft auch schwerere Sachen aus dem Anhänger zu transportieren und wir konnten dann den Anhänger austauschen.

Also machten wir uns voller Tatendrang an das entpacken von Nummer 2. Doch vorher wurden erstmal zwei fahrbare Rasenmäher umgeparkt. Danach befreiten wir die Holzplatten, die wahrscheinlich von der Fensterverkleidung übrig waren, sowie zwei Stofftiere aus dem Hänger.

Die Leitern, Zäune und Platten waren durch das mithelfen aller, auch nach kurzer Zeit in der Halle mit einem neuen Platz versehen.

Alles in allem waren wir gerade mal ne Stunde helfen als uns Jason für die Hilfe dankte.

Darauf hin guckten wir ihn alle etwas verdutzt an, da wir alle gesehen hatten wie schlimm es immer noch auf seinem Grundstück aussah. Wir fragten ihn, ob wir ihnen nicht noch helfen konnten, oder ob es wirklich nichts mehr zu tun gibt.

Jason der sehr dankbar für unsere Hilfe war hatte natürlich noch etwas zu tun. Also machten wir uns wieder in der Kolone auf zum Chaos.

Nun parkten wir hinter dem Haus bei einigen anderen Autos. Unteranderem auch einem alten Schulbus.

Unsere nächste Aufgabe bestand darin, die äste und Holzreste von den breiteren Wegen zu räumen, damit die großen Fahrzeuge die Wege ungehindert nutzen können, Sie alle auf dem haufen sind und die Verletzungsgefahr durch stolpern minimiert wird.

Wir wurden dann noch mit ein paar Rechen ausgestattet und dann konnten wir loslegen. Alles was aus Holz war und im Weg lag, wurde von uns auf den riesen Haufen gelegt, geschmissen. Hauptsache weg vom Weg und auf dem Haufen.

Leider mussten wir dann auch eine sehr unschöne Entdeckung machen. Die Familie hatte uns bereits erzählt, dass von den rund 20 Katzen bisher (mehr als eine Woche später) nur 3 wieder aufgetaucht waren. Zumindest den verbleib einer Katze hatten wir dann herausfinden müssen.

Wir machten mit dem wegräumen des Holz solange weiter bis der Wagen des American Red Cross auf dem Hof erschien und eine der Töchter, die sich uns nun vorstellte uns bat uns zum zweiten Haus zu begeben um dort etwas zu essen. Wir zögerten, da wir eigentlich noch nicht so wirklich junger hatten und weiter produktiv sein wollten.

Aus Höflichkeit liessen wir die Arbeit dann aber doch ruhen und wunderten und noch kurz über den Satz: „Das Essen gibt es bei den Schulbus am zweiten Haus“. Den Schulbus hatten wir ja bereits gesehen, da wir ja genau gegenüber parkten aber das Haus war uns nicht aufgefallen.

Nachdem sie dann noch den Satz: „Oder besser gesagt, wo das zweite Haus stand“ nachschob. Wurde uns klar das nicht nur ein Haus schwer beschädigt, sonder auch ein zweites Haus komplett weg war.

Während die anderen nach rechts zum essen abbogen, gingen Davidson und ich ein paar Meter weiter gerade aus. Wir standen nun an einem großen loch das an den Seitenwänden noch die Steinmauern des Kellers erkennen lies. Aber das da mal ein Haus drauf gewesen sein sollte, war für uns Unvorstellbar. Auch stellten wir uns die Frage, ob sich jemand im Haus oder in dem Keller befunden hat während. Denn so wie der Keller aussah war das nicht zu hoffen. Denn neben einem Riesen Tank (wahrscheinlich für Öl), war allerlei Müll und Schrott in dem Keller. Wie wir aber später durch nachfragen erfahren haben, hielten sich alle Personen im anderen Haus auf.

Nach dem Blick, machten wir uns auch auf zum Bus um uns ein Sandwich und nen Apfel aus dem Bus zu holen.

Während wir auf einem Anhänger saßen und über das sprachen was wir bisher so alles gesehen haben und unser Sandwiche aßen, brachten Jason und seine Schwester dann auch noch Kuchen den sie uns auch noch anboten.

Die ganze Familie war extrem dankbar und gastfreundlich. Wenn man die Situation betrachtet, dass sie gerade alles bzw. sehr sehr sehr viel verloren haben und es Monate dauern kann bis es das Haus wieder bewohnbar ist, fand bzw. finde ich es immer noch bewundernswert.

Nach einem kurzen Gespräch mit den beiden ging es dann zurück an die Arbeit.

Je mehr wir aufräumten, desto mehr wurde uns das ausmass klar. Auch der riesen Baum, den der Tornado einfach so entwurzelt hatte.

Nachdem wir unsere „Das Holz auf den Haufen Werf Aktion“ vorgesetzt und auch mit dem Metal angefangen hatten, wurden wir gebeten erst einmal an einer anderen Stelle weiter zu machen und die vom Müll zu befreien.

Wir begaben uns nun also alle zu der anderen Stelle in der nähe des Hauses wo wir auf einem Beton boden den darauf befindlichen Müll in zwei daneben liegenden Baggerschaufeln zusammen sammelten.

Auch hier machten wir eine Entdeckung. Diesmal war sie aber erfreulicher. Denn einer aus unser Gruppe entdeckte einen kleinen rechtigen Gegenstand aus Plastik. Es war eine der Kreditkarten der Familie. (Fundstelle ca. 50 m vom Haus entfernt).

Ca. 20 min arbeiten wir zusammen, bis der Vater aus dem Haus kam und nach Hilfe von zwei Leuten fragte die ihm beim befestigen der Plastikplanen auf den Fußböden helfen könnten.

Chris und ich meldet uns und tauschten die Rechen gegen Hammer und Nägel ein. Die Arbeit gab uns die Chance auch einen Blick ins innere des Hauses zu bekommen. Was nicht überraschend war, war das keine Möbel mehr im Haus waren.

Allerdings war es hart zu sehen wie schlimm der Zustand des Hauses war.

Die Holzfussböden zum Teil aufgequollen, Die Wände total verdreckt und auch so kaputt, dass teilweise Stücke aus der Wand fehlte.

Unserer Auftrag war die mithilfe beim auslegen der Plastikplane im (wahrscheinlich) ehemaligen Wohnzimmer. Die Plane wurde ausgelegt und oberhalb der Sockelleiste mit Leisten an der Wand vernagelt.

Im angrenzenden Treppenhaus war der Blick bis zur Plastikplane frei, die das fehlende Dach ersetzte.

Also machten wir uns daran den Boden komplett aus zulegen, um vor dem nächsten Regen ein wenig geschützt zu werden. Auch hier war die Stimmung wieder extrem freundlich und gut drauf, als würden wir gerade das Wohnzimmer renovieren und morgen kommen die neuen Möbel an. Aber die Realität, sieht ja leider ganz anders aus.

Als wir die Arbeiten abgeschlossen und im zweiten Raum aufgrund fehlender Planen beenden mussten ging es in den ersten Stock. Hier sahen wir die ganzen Planen die das fehlende und zerstörte Dach ersetzte. Die Frauen waren dabei das Wasser, dass sich auf der Plane gebildet hatte zu entfernen.

Wir konnten uns einen Überblick verschaffen.

Dann mussten wir leider (was uns wirklich sehr leid tat), das Haus verlassen, da wir unseren Heimweg antreten mussten. Wenn wir gekonnt hätten wären wir noch länger geblieben.

Also verabschiedeten wir uns noch bei der Familie, die sich nochmals ganz herzlich bei uns bedankte und uns herzlich verabschiedete.

Danach ging es im Auto zurück nach Sioux City Richtung College.

Bevor wir aber zu unseren Dorms zurückgebracht wurden, schlossen wir unsere gemeinsame Arbeit noch mit einem Essen ab.

Dann ging es für alle zurück in die Appartements.

 

Was uns alle beeindruckt hat, war die Herzlichkeit und Dankbarkeit auch für kleine Hilfe und auch dass sie nicht aufgegeben haben, sondern mit einer Selbstverständlichkeit die an den Aufräum arbeiten und den Wiederaufbau gearbeitet haben und so gut gelaunt wirken.

Außerdem muss man das vor Ort gesehen haben, da es auf den Bildern nicht so rüberkommt wie es aussieht.

 

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